In einem Haus, in dem es förmlich zugeht, bereiten Anredeformen mehr Kopfzerbrechen als fast alles andere. Die Sitzordnung lässt sich um sechs Uhr abends noch einmal umzeichnen, und statt Fisch gibt es zur Not eben Kalb. Begrüsst man aber an der Tür den falschen Gast mit «Your Grace», hat der Abend Schlagseite, bevor er richtig angefangen hat. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie einen Herzog, einen Kardinal oder einen Botschafter anreden, mündlich und auf Papier. Er behandelt auch die übrigen Gäste, mit denen ein Privathaus in Italien oder in der Schweiz rechnen sollte. Wir arbeiten selbst damit; die Quellen stehen am Ende. Eine Regel kommt vor allen anderen: Fragen Sie im Büro des Gastes nach.

Die Regel vor allen Regeln: das Büro fragen

Jeder Gast von Rang hat jemanden, der seinen Terminkalender führt. Einen Privatsekretär, die Kanzlei einer Botschaft, einen Stabschef, den Sekretär des Bischofs. Diese Leute sagen Ihnen in einer einzigen E-Mail, wie ihr Chef oder ihre Chefin angeredet werden möchte, und sie werden viel lieber vorher gefragt, als hinterher korrigieren zu müssen. Die Bücher geben Ihnen die korrekte Form. Das Büro gibt Ihnen die Form, die dieser Mensch tatsächlich verwendet, und das ist nicht immer dasselbe. Manche Frauen, die einen britischen Adelstitel auf Lebenszeit tragen (Life Peers), hören lieber «Baroness» als «Lady». Debrett’s, die britische Instanz in Sachen Etikette, nennt das zwar technisch nicht korrekt, sagt aber, man solle den Wunsch respektieren.

Etwa zehn Tage vor dem Besuch fragen wir schriftlich nach:

  • Wie redet man ihn oder sie im Gespräch an, bei der Begrüssung und danach?
  • Was steht auf dem Umschlag, und was auf der Tischkarte?
  • Kommt ein Ehemann, eine Ehefrau oder ein Partner mit, und unter welchem Namen?
  • Und wie spricht man den Namen aus? Fragen Sie auch dann, wenn Sie sich sicher sind. Cholmondeley klingt wie «Tschamli», und die Briten sind beileibe nicht die Einzigen mit solchen Nachnamen.

Wie auch immer die Antwort ausfällt, sie kommt ins House Book, mit Datum und dem Namen der Person, von der wir sie haben. Kommt dieser Gast das nächste Mal, muss niemand herumtelefonieren, und raten muss auch keiner.

Wie Sie einen Botschafter anreden

Nach Botschaftern werden wir am häufigsten gefragt. Kein Wunder eigentlich: Sie kommen deutlich öfter zum Abendessen als Herzöge. Die Regel ist hier international. Ein Botschafter vertritt ein Staatsoberhaupt, deshalb steht ihm die Anrede Exzellenz zu. Sie sagen einmal «Your Excellency», auf Deutsch «Exzellenz», und zwar bei der Begrüssung; danach heisst es «Ambassador» beziehungsweise «Herr Botschafter» oder schlicht der Name. Debrett’s rät dasselbe: mindestens einmal «Your Excellency», dann «Sir», «Ma’am» oder der Name. Auf Papier beginnt ein förmlicher Brief mit «Your Excellency». Wer den ganz altmodischen Schluss mag, schreibt «I have the honour to be, with the highest consideration, Your Excellency’s obedient servant», sinngemäss also: Ich habe die Ehre, mit vorzüglicher Hochachtung Euer Exzellenz gehorsamer Diener zu sein. Ein freundliches Briefchen ist viel einfacher. «Dear Ambassador», am Ende «Yours sincerely», und das war’s.

Über vier Details stolpern die Leute immer wieder.

  • Der Titel gehört zum Posten. Ein britischer Botschafter ist «His Excellency», eine Botschafterin «Her Excellency», aber nur in dem Land, in dem sie akkreditiert sind, nie zu Hause im Vereinigten Königreich. Die britische Botschafterin in Rom ist also bei einem Abendessen am Comer See «Excellency» und schlicht «Ms», sobald sie wieder in Kent ist.
  • Eine Frau ist Botschafterin. Auf Englisch heisst sie «ambassador» und nicht «ambassadress», sagt Debrett’s. Die italienische Diplomatenliste sieht es auf ihre Art ähnlich: Missionschefinnen stehen dort als «S.E. Sig.ra», gefolgt vom Namen und «Ambasciatore Straordinario e Plenipotenziario», mit dem männlichen Substantiv.
  • Der Ehepartner hat keinen Titel. Wer mit einem Botschafter oder einer Botschafterin verheiratet ist, bleibt Mrs, Mr, Signora oder Signor, auf Deutsch schlicht Frau oder Herr. Debrett’s hält fest, dass dem Ehemann einer Botschafterin überhaupt keine besondere Anrede zusteht. Auf der Tischkarte heisst er einfach «Mr Bergen».
  • Der Nuntius hat zwei Hüte auf. Der Botschafter des Papstes ist Erzbischof und Missionschef zugleich. Die italienische Diplomatenliste führt ihn an erster Stelle, noch vor allen Botschaftern, als «S.E. Rev.ma Mons.», und «Your Excellency» oder «Eccellenza», auf Deutsch «Exzellenz», passt für beide Ämter.

Die Schweiz hält es schlichter. Der Leitfaden der Schweizer Armee zum militärischen Protokoll schreibt einem ausländischen Botschafter «Sehr geehrter Herr Botschafter» und verwendet «Exzellenz» überhaupt nicht. Amerikaner sagen meist «Mr Ambassador» oder «Madam Ambassador». Wir briefen das Personal trotzdem für jeden Botschafter auf «Your Excellency» oder «Exzellenz», denn beleidigt war deswegen noch nie jemand.

WoZur BegrüssungDanachBriefanredeUmschlag
Vereinigtes Königreich (Debrett’s)Your ExcellencyAmbassador, Sir oder Ma’am, oder der NameYour Excellency (förmlich); Dear Ambassador (privat)His/Her Excellency The Ambassador of Norway, oder His/Her Excellency Mr/Ms [Name]
ItalienEccellenza, oder Signor AmbasciatoreAmbasciatoreEccellenza, oder Signor AmbasciatoreA Sua Eccellenza il Signor / la Signora [Name], Ambasciatore di [Land]
DeutschschweizHerr Botschafter / Frau BotschafterinEbenso, oder der NameSehr geehrter Herr Botschafter / Sehr geehrte Frau BotschafterinHerr Botschafter / Frau Botschafterin, Name, Botschaft
USA (gängiger Gebrauch)Mr Ambassador / Madam AmbassadorAmbassador, oder der NameDear Mr Ambassador / Dear Madam AmbassadorHis/Her Excellency [Name], Ambassador of [Land]

Die Royals und die Peers im Vereinigten Königreich

Wie Sie den König anreden, erklärt das Königshaus (der Royal Household) selbst, und zwar kürzer und entspannter, als die meisten erwarten. Wer dem König vorgestellt wird, sagt «Your Majesty» und danach «Sir». Bei der Königin ist es «Your Majesty», dann «Ma’am», mit kurzem «a» wie in «jam», also ungefähr «Mäm». Für die übrige königliche Familie gilt einmal «Your Royal Highness» und für den Rest des Gesprächs «Sir» oder «Ma’am». Früher deuteten Männer eine Verbeugung mit dem Kopf an, Frauen einen kleinen Knicks. Manche Gäste tun das heute noch, die meisten geben inzwischen die Hand, und niemand nimmt das eine oder das andere übel. Das Königshaus schreibt klipp und klar, dass es keine verbindlichen Verhaltensregeln gibt; die Gäste haben also die Wahl. Das Personal ist aber nicht zu Gast, und wir briefen es auf die traditionellen Formen.

Briefe sind weniger furchteinflössend als ihr Ruf. Für einen förmlichen Brief schlägt das Königshaus als Anrede «Sir» vor und als Schluss «I have the honour to be, Sir, Your Majesty’s humble and obedient servant», um gleich hinzuzufügen, dass das keineswegs Pflicht ist. Die anderen Mitglieder der Familie erreicht man über ihre Private Offices, und dort wird auch jeder Besuch geplant.

Bei den Peers, dem titulierten britischen Adel, passieren die meisten Fehler, weil gesprochene und geschriebene Form getrennte Wege gehen. Wer einen Herzog anreden will, stolpert fast immer über genau diese Lücke. Auf dem Umschlag ist ein Herzog «The Duke of [Ort]». Für das Gespräch steht bei Debrett’s «Good morning, Duke», und so reden ihn Leute seines Standes auch an. «Your Grace» ist die förmliche Form, die das Personal verwendet. Amerikanische Ratgeber wie der von Robert Hickey geben «Your Grace» für alle an, und so klingen britische und amerikanische Gäste am selben Tisch mitunter, als sässen sie bei zwei verschiedenen Abendessen.

Unterhalb der Herzöge wird es zum Glück einfacher. Einen Marquess, einen Earl, einen Viscount oder einen Baron reden Sie schlicht mit «Lord [Titel]» an, und ihre Ehefrauen sind «Lady [Titel]». «Earl» und «Baroness» gehören laut Debrett’s auf Umschläge und gedruckte Listen; die Ausnahme bilden die weiter oben erwähnten Frauen mit einem Titel auf Lebenszeit. Knights und Dames hören auf den Vornamen: «Sir John», «Dame Maggie», niemals «Sir Smith». Die Ehefrau eines Knights oder Baronets ist «Lady Smith», ohne ihren Vornamen.

GastZur BegrüssungDanachBriefanredeUmschlag
Der KönigYour Majesty (Majestät)SirSirHis Majesty The King
Die KöniginYour Majesty (Majestät)Ma’am (wie in «jam»)MadamHer Majesty The Queen
Prinz oder Prinzessin (Royal Highness)Your Royal Highness (Königliche Hoheit)Sir / Ma’amSir / MadamHis/Her Royal Highness The Prince/Princess [Titel]
Herzog, HerzoginDuke / Duchess (gesellschaftlich); Your Grace (Personal, förmlich)EbensoDear Duke / Dear Duchess (sehr förmlich: My Lord Duke)The Duke / Duchess of [Ort]
Marquess, Earl, Viscount, BaronLord [Titel]Lord [Titel]Dear Lord [Titel]The Earl of [Ort]; The Lord [Titel] bei einem Baron
Ihre EhefrauenLady [Titel]Lady [Titel]Dear Lady [Titel]The Countess of [Ort]; The Lady [Titel]
Knight, DameSir John / Dame MaryEbensoDear Sir John / Dear Dame MarySir John Smith / Dame Mary Smith

In Italien ist das eine ganz andere Geschichte. Die Verfassung sagt es ohne Umschweife: «I titoli nobiliari non sono riconosciuti». Adelstitel werden nicht anerkannt, und die Prädikate von Titeln, die vor dem 28. Oktober 1922 bestanden, gelten als Teil des Namens. Gesellschaftlich führen viele Familien sie trotzdem weiter: Ein Gast, der als «il conte» vorgestellt wird, ist für das Personal «Signor Conte».

Italienische und Schweizer Amtsträger

Der italienische Staat hat die meisten seiner Ehrentitel auf dem Papier abgeschafft und viele davon im Gespräch behalten. Der Präsident der Republik ist «Signor Presidente». Mündlich gilt das auch für die Präsidenten der beiden Kammern und für den Präsidenten des Ministerrats, also den Regierungschef. Ein Minister ist «Signor Ministro» oder einfach «Ministro». Abgeordnete heissen «Onorevole», und das ist, wie die Online-Zeitung Il Post festgehalten hat, Brauch und nicht Gesetz, geerbt vom Parlament des alten Königreichs Sardinien. Senatoren sind «Senatore» oder «Senatrice».

Heikel wird es bei «Eccellenza». Ein königliches Dekret von 1927 verlieh die Anrede den höchsten Ämtern des Staates; ein Dekret von 1945 ordnete an, sie nicht mehr zu verwenden, wurde aber nie in ein Gesetz umgewandelt. In der Praxis werden Präfekten, also die Vertreter der Regierung in den Provinzen, und die Richter am Kassationshof noch immer häufig mit «Eccellenza» angeredet, und wer das Wort weglässt, macht auch keinen Fehler. Botschafter und Bischöfe behalten es aus eigenen Gründen, diplomatischen und kirchlichen.

Dann sind da die Berufstitel, und mit denen ist Italien grosszügig. Wer einen Hochschulabschluss hat, ist «Dottore» oder «Dottoressa»; ein Anwalt ist «Avvocato», ein Ingenieur «Ingegnere», direkt ins Gesicht gesagt und ernst gemeint. Wer aus Wien kommt, fühlt sich da gleich zu Hause. Kommt ein Gast am Freitag an und wird als «l’avvocato» vorgestellt, bleibt er für das Personal «Avvocato», bis sein Wagen am Sonntag abfährt. Bei den weiblichen Formen ist noch vieles offen. Manche Amtsträgerinnen wollen «la ministra», andere bestehen auf der männlichen Form. Fragen Sie nach.

Italien hat seine Rangfolge schriftlich festgelegt, was hilft, wenn an einem Abend mehrere Amtsträger am Tisch sitzen. Die Reihenfolge steht in einem Dekret des Präsidenten des Ministerrats vom 14. April 2006, das 2008 nachgebessert wurde. Kein Privathaus ist daran gebunden. Kommen aber ein Präfekt und ein Regionalpräsident zum selben Essen, klärt das Dekret die Sitzordnung, bevor sich jemand übergangen fühlt.

Im eigenen Land kommt die Schweiz für ihre Amtsträger ohne «Exzellenz» aus. Ein Mitglied des Bundesrates (in der Schweiz ist das die Regierung, nicht wie in Deutschland und Österreich die Länderkammer) ist schlicht «Herr Bundesrat» oder «Frau Bundesrätin», und genauso beginnt auch der Brief: «Sehr geehrter Herr Bundesrat», «Sehr geehrte Frau Bundesrätin». Eine Sache erwischt viele auf dem falschen Fuss. Das Bundespräsidium wechselt jedes Jahr unter den sieben Mitgliedern, und so ist der «Herr Bundespräsident» vom Dezember am 1. Januar wieder schlicht «Herr Bundesrat». Eine Tischkarte, die früh gedruckt wurde, kann am Abend des Essens also schon falsch sein. In den Kantonen ist ein Regierungsmitglied «Herr Regierungsrat», wo Deutsch gesprochen wird, «Monsieur le Conseiller d’État» in Genf oder in der Waadt und «Signor Consigliere di Stato» im Tessin. Wer einer Gemeinde vorsteht, ist «Herr Gemeindepräsident» oder «Frau Gemeindepräsidentin».

Am 15. Juni 2026 hat die Schweiz ein neues Protokollreglement eingeführt. Es ist für offizielle Anlässe geschrieben und nicht für ein Abendessen bei jemandem zu Hause, aber eine Zeile darin würden wir uns gern ausleihen. Möchte das diplomatische Korps ein Mitglied des Bundesrates bei einem Mittag- oder Abendessen ihm oder ihr zu Ehren dabeihaben, geht die Einladung über das Protokoll und nicht direkt an die Person. Ihr Haus ist natürlich keine Botschaft. Den Wink verstehen kann es trotzdem, und seine Einladung schickt es dann eben über das Büro des Bundesrates oder der Bundesrätin.

AmtMündlichBriefanrede
Präsident der Italienischen RepublikSignor PresidenteSignor Presidente
Italienischer MinisterSignor Ministro, oder MinistroSignor Ministro
Italienischer Abgeordneter / SenatorOnorevole / Senatore, SenatriceOnorevole / Gentile Senatore
PräfektEccellenza, oder Signor PrefettoSignor Prefetto
Bürgermeister in ItalienSignor SindacoSignor Sindaco
Mitglied des Schweizer BundesratesHerr Bundesrat / Frau Bundesrätin; Monsieur le Conseiller fédéral / Madame la Conseillère fédérale; Signor Consigliere federale / Signora Consigliera federaleSehr geehrter Herr Bundesrat / Sehr geehrte Frau Bundesrätin
Mitglied einer KantonsregierungHerr Regierungsrat; Monsieur le Conseiller d’État; Signor Consigliere di StatoSehr geehrter Herr Regierungsrat

Wie Sie einen Priester, einen Bischof oder einen Kardinal anreden

Die Kirche wäre nicht die Kirche, hätte sie ihre Titel nicht schriftlich geregelt: 1969, in einer Instruktion des Staatssekretariats über Kleidung, Titel und Wappen der Kardinäle, Bischöfe und niederen Prälaten. Danach ist ein Kardinal «Eminenz», ein Bischof «Exzellenz», und bei beiden darf ein «Most Reverend» (Hochwürdigst) dazukommen. Für die direkte Anrede nennt die Instruktion «Lord Cardinal» (italienisch «Signor Cardinale», deutsch «Herr Kardinal») und für einen Bischof «Monsignor». Darüber sind in gut fünfzig Jahren natürlich allerlei örtliche Gewohnheiten gewachsen.

Jenseits des Ärmelkanals ändern sich die Wörter: In Grossbritannien und Irland ist ein Bischof noch immer «My Lord» und ein Erzbischof «Your Grace», zumindest im Mund älterer Gäste. Italien pflegt für Priester einen eigenen Brauch. Ein Diözesanpriester ist «Don» mit seinem Vornamen, «Don Paolo»; ein Priester aus einem Orden heisst meist «Padre». Wer mit dem Gast Deutsch spricht, sagt zum Papst «Heiliger Vater», zum Kardinal «Eminenz» und zum Bischof «Exzellenz».

GastMündlich (Englisch)Mündlich (Italienisch)Schriftlich (Englisch)Schriftlich (Italienisch)
Der PapstYour Holiness, Holy FatherSantità, Santo PadreHis Holiness Pope [Name]Sua Santità Papa [Name]
KardinalYour EminenceEminenzaHis Eminence Cardinal [Name]Sua Eminenza Reverendissima il Signor Cardinale [Name]
Erzbischof, BischofYour ExcellencyEccellenza, MonsignoreThe Most Reverend [Name]Sua Eccellenza Reverendissima Mons. [Name]
Apostolischer NuntiusYour ExcellencyEccellenzaHis Excellency The Most Reverend [Name], Apostolic NuncioS.E. Rev.ma Mons. [Name], Nunzio Apostolico
MonsignoreMonsignorMonsignoreThe Reverend Monsignor [Name]Rev.mo Mons. [Name]
PriesterFatherDon (Diözesanpriester), Padre (Ordenspriester)The Reverend [Name]Rev.do Don [Name]

Tischkarten, Umschläge und das Vorstellen

Fehler auf Papier halten länger. Ein Versprecher an der Tür ist vergessen, bis die Suppe kommt; ein falscher Umschlag liegt eine Woche lang auf jemandes Schreibtisch. Debrett’s unterscheidet dabei zwischen Karte und Umschlag, und diese Trennung finden wir praktisch. Auf der Einladungskarte stehen Namen und Titel vollständig, aber ohne die Buchstabenkürzel hinter dem Namen. Auf den Umschlag gehört der volle Berufstitel, samt Orden und Auszeichnungen. Bei offiziellen Anlässen ist es noch einmal anders: Dort nennt der Umschlag den Gast nach seinem Amt, und Zusätze wie «His Grace» oder «His Excellency» entfallen (einzige Ausnahme ist «The Rt Hon» für Mitglieder des Privy Council).

Tischkarten in einem Privathaus fallen kürzer aus. Wir schreiben die Form, die Sie verwenden würden, wenn Sie mit jemand anderem über den Gast sprechen: «Lord Aldford», «Der Botschafter von Norwegen», «Kardinal Rossi», «Signora Bianchi». Ehepartner bekommen eine eigene Karte mit ihrem eigenen Namen. «Exzellenz» hat auf einer Tischkarte nie etwas verloren: Das wirkt wie eine Menükarte, die stolz verkündet, wie teuer der Wein war. Wo welche Karte auf dem Tisch steht, erklärt unser Beitrag wie man eine festliche Tafel eindeckt.

Für das Vorstellen gibt es eine alte Regel. Die rangniedrigere Person wird der ranghöheren vorgestellt, der Titel fällt einmal, und dann geben Sie den beiden einen Gesprächsfaden in die Hand. «Exzellenz, darf ich Ihnen Signora Bianchi vorstellen? Sie hat die Fresken in unserer Bibliothek restauriert.» Der zweite Satz zählt so viel wie der Name. Er gibt zwei Fremden etwas, worüber sie reden können.

Die gesprochene Form, die Aussprache und den Namen des Ehepartners schreiben Sie auf das Gästeblatt für das Personal. Das Personal bleibt während des ganzen Besuchs bei der förmlichen Anrede, auch nachdem der Gast gesagt hat: «Ach, sagen Sie doch einfach Charles.» Der Gast ist freundlich; das Personal ist bei der Arbeit.

Wenn die Ratgeber sich widersprechen

Das tun sie öfter, als ihr Ton vermuten lässt: bei Herzögen, bei Bischöfen, bei «Eccellenza», bei Frauen in Ämtern. Wo die Bücher sich widersprechen, folgen wir dem Büro des Gastes. Hat das Büro keine Meinung, nehmen wir auf Papier die förmlichere Form und im Gespräch die wärmere.

Die Formen, die wir am häufigsten brauchen, stehen auf einer einzigen Seite, in unserer Karte der Anreden. Sie ist kostenlos zum Herunterladen und passt in die Schublade des Tischchens in der Eingangshalle. Das ganze System, mit Sitzordnung, Rangfolge, Einladungen und dem Gästeblatt, das wir dem Team übergeben, steht in The Protocol Book. Steht ein Besuch bevor und möchten Sie das Team von jemandem briefen lassen, der so etwas schon gemacht hat, gehört das zu unserer Haushaltsberatung. Die Anrede ist nur die erste Minute eines Besuchs. Was danach kommt, steht in unserem Beitrag darüber, wie Sie einen VIP-Gast zu Hause empfangen, und sobald alle sitzen, übernehmen die Regeln des italienischen Galateo, die Gästen auffallen.

Fragen

Wie redet man einen Botschafter an?

Sagen Sie einmal «Exzellenz» («Your Excellency»), bei der Begrüssung, und gehen Sie dann zu «Herr Botschafter» oder «Frau Botschafterin» über, auf Englisch zu «Ambassador», «Sir» oder «Ma'am», oder zum Namen. Ein förmlicher englischer Brief beginnt mit «Your Excellency», eine persönliche Notiz mit «Dear Ambassador». Ein britischer Botschafter ist nur im Land seines Postens «Excellency», nicht zu Hause.

Wie redet man einen Herzog an?

Gesellschaftlich mit «Duke» oder «Duchess»; «Your Grace» ist die förmliche Form, die das Personal verwendet. Auf dem Umschlag steht «The Duke of [Ort]». Amerikanische Ratgeber geben meist für alle «Your Grace» an.

Was gehört auf eine Tischkarte?

Die Form, die Sie verwenden würden, wenn Sie mit jemand anderem über den Gast sprechen: «Lord Aldford», «Der Botschafter von Norwegen», «Kardinal Rossi», «Signora Bianchi». Ehepartner bekommen eine eigene Karte mit ihrem eigenen Namen.

Wir schreiben das Journal aus unserer eigenen Arbeit in Privathäusern in Italien und der Schweiz. Jedes Haus hat seine eigenen Regeln: Nehmen Sie, was zu Ihrem passt, und fragen Sie uns nach dem Rest.

Quellen